3 Serious Games, die die Bewegungstherapie ändern

Bald ist es wieder so weit. Die Serious Game Conference 2018 rückt immer näher. Am 14.  Juni wird sie in Hannover stattfinden. Ihr Leitmotto ist „AI – Levelling Up to Intelligent Worlds“ und ihr Gastgeber die CeBit. Der Hauptfokus wird dieses Jahr auf KI – Künstlicher Intelligenz liegen, durch deren Einsatz  laut einer aktuellen Studie der Beratungsagentur McKinsey in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahr 2030 um 160 Milliarden Euro höher ausfallen wird.

KI spielt eine große Rolle bei Computerspielen und daher auch bei Serious Games. Sie bezieht sich auf eine nachgeahmte Intelligenz, wobei durch meist einfache Algorithmen ein „intelligentes Verhalten“ simuliert werden soll. Sie kann die Interaktion zwischen Mensch und Maschine grundlegend verändern, wie bei Serious Games eben.

Aber was sind Serious Games eigentlich? Serious Games sind digitale Spiele, die zwar Technologien aus der Computer- und Videospielindustrie und ihre  motivierende und unterhaltsame Spielmechanik nutzen, aber nicht primär der Unterhaltung dienen. Sie können eingesetzt werden, um ernste Themen auf spielerische Weise zu behandeln, oder um Kompetenzen und Wissen in Aus- und Weiterbildung zu vermitteln. Von hohem Nutzen sind sie besonders in der Bewegungstherapie und im Allgemeinen im Rehabilitation-Bereich, wo sie vielfältige Einsatzmöglichkeiten bieten.

fancy-i hat sich drei Serious Games angeschaut, die die Bewegungstherapie ändern:

1. Lokomat

Lokomat der Firma Hocoma wurde an der Züricher Hochschule der Künste entwickelt und hilft Erwachsenen und Kindern, die nach einem Unfall nicht mehr gehen können, weil  die Hirnregion, die diesen Vorgang steuerte, geschädigt worden ist. Bei Lokomat unterstützt ein Rehabilitationsroboter das wieder Erlernen des Gehens. Durch die Hilfe des „Lokomat“  können andere Hirnregionen stimuliert werden, die die Aufgaben der geschädigten Areale  übernehmen. Die Gangtherapie ermöglicht eine Kombination aus anpassbaren Orthesen, einem Gewichtsentlastungssystem, sensomotorischer Stimulation und Echtzeitfeedbacks. Während der Gangtherapie mit dem Lokomat spielt der Patient ein Spiel, in dem seine Bewegungen die Bewegungen eines Avatars in einer virtuellen Umgebung steuern, was eine aktive Beteiligung des Patienten an der Therapie fördert. Die Feedbacks sieht der Patient auf einem Bildschirm.

Die Spiele helfen auf eine natürliche Weise, die Kontrolle über die eigenen Bewegungen wieder zu erlangen und die Kraft, die die Patienten beim Gehen einsetzen, gemäß dem Feedback auf dem Bildschirm zu koordinieren. Durch die spielerische Gestaltung ermöglicht das Serious Game den Nutzern, ein Gefühl der Selbstwirksamkeit zu erleben.

2. Bootle Band

Bootle Band ist ein Serious Game, das von der kanadischen Wissenschaftlerin Elaine Biddiss entwickelt wird. Es hilft Kindern, die an einer durch eine Gehirnstörung während oder kurz nach der Geburt verursachten zerebralen Bewegungsstörung – auch Cerebralparese genannt – leiden, das Greifen, den Bewegungsumfang und die Armstärke zu trainieren. Mithilfe eines realen Instruments, zum Beispiel eines Tamburins oder einer Rassel, müssen die Kinder bunte Monster in einem Computerspiel besiegen. Dabei erfolgen die Bewegungen in bestimmten Intervallen und in unterschiedlicher Stärke.

Bootle Band befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Sobald die Entwicklungsphase abgeschlossen ist, wird das Spiel nicht nur im Krankenhaus, sondern auch bei den betroffenen Familien zuhause spielbar sein.

 3. Der Datenhandschuh zur Therapie von Schlaganfällen

Der Datenhandschuh, mit dessen Hilfe verschiedene Spiele bei der Schlaganfalltherapie gespielt werden können, wurde an der Universität von New Jersey entwickelt. Mithilfe des Datenhandschuhs können die Patienten virtuell Klavier spielen oder Bälle fangen oder Krüge auf ein virtuelles Regal stellen. Die Bewegungsfähigkeit von Schlaganfallpatienten, die mit Computerspielen trainieren, verbessert sich um 20 Prozent gegenüber den Schlaganfallpatienten, die auf herkömmliche Weise ihre Bewegung trainieren.

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