“Innovation fängt bei Menschen an sich an”

Das AWO-Projekt “Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern” wurde 2017 mit dem Innovationspreis des Landkreises Göttingen ausgezeichnet. Unter der Schirmherrschaft von Thomas Oppermann, MdB, leistet das AWO-Projekt einen Beitrag zum Aufbau einer stabilen Gesellschaft. Die Koordinatorin Vanessa Kalvelage erklärt im Gespräch, warum das Projekt innovativ ist.

Wie genau trägt das Projekt “Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern” dazu bei, das Innovationspotenzial der Region Göttingen für die Öffentlichkeit deutlich zu machen?

V. K.: Innovation fängt bei Menschen an sich an. Ohne Menschen und ohne eine stabile Gesellschaft kann Innovation nicht gelingen. Die Patenschaften können dazu beitragen, Kinder zu stabilisieren, damit sie gesund aufwachsen können, um wieder so gefestigt zu sein, dass eine stabile Gesellschaft gestärkt werden kann.

Wie ist die AWO auf die Idee gekommen, die Patenschaften anzubieten?

Die PATENSCHAFTEN gibt es seit 2010

V. K.: Die AWO ist nicht allein drauf gekommen. Es  gibt einen Arbeitskreis namens UfampkE (Unterstützung für Familien mit psychisch erkranktem Elternteil). Der Arbeitskreis zusammen mit der AWO hat sich mit dem Thema beschäftigt, was für Probleme Familien mit psychisch erkranktem Elternteil zu bewältigen haben. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass man sich nicht nur um die Erkrankten kümmern muss, sondern auch um deren Familien. Was passiert zum Beispiel mit den Kindern von psychisch erkrankten Eltern? Wie kann man sie unterstützen? wie kann man die Kinder stabilisieren? 2010 hat die AWO dann einen Projektantrag gestellt. Und seitdem bauen wir die Patenschaften auf, die eine große Entlastung für psychisch erkrankte Eltern sind.

Wer kann eine Patenschaft übernehmen?

V. K.: Jede erwachsene Person, unabhängig vom Beruf. Die Betreuung  muss Spaß machen. Es muss kein pädagogisches Verfahren umgesetzt werden. Die Paten müssen einfach Lust haben, sich mit dem Kind zu treffen und längerfristig zu beschäftigen, ihm durch den Alltag zu helfen.

Wie alt sind die Kinder, die betreut werden?

V. K.: Zwischen 7 und 13

Paten werden ausgebildet. Wie sieht so eine Ausbildungsphase aus?

V. K.: Ehrenamtliche Paten werden qualifiziert. Es beginnt mit einer Art Vorstellungsgespräch, ein lockeres Kennenlernen,  mit einer  Führungszeugnisabgabe, mit einem Hausbesuch, den wir veranstalten. Wir haben dann Schulungsblöcke zu verschiedenen Thematiken. Zum Beispiel zum Thema „Situation von psychisch Erkrankten und deren Kindern“. Man bekommt einen Überblick darüber, was es bedeutet, psychisch krank zu sein und mit Depression zu leben. Wir arbeiten auch mit Fachkräften z. B. mit einer Fachärztin für Psychiatrie zusammen.

Wie innovativ ist diese AWO-Initiative?

V. K.: Innovativ im Sinne von „neu“ bzw. von „Erneuerung“ ist es definitiv, dass psychische Erkrankungen kein Tabuthema mehr sind. Sie  erlangen immer mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Sie werden nicht mehr tabuisiert. Die Patenschaften tragen dazu bei. Innovativ ist es, dass Erwachsene, die z. B. Depression haben, frei darüber reden können und die nötige  Unterstützung bekommen können, damit sie wieder Teil der Gesellschaft werden können. Die Patenschaften sind insofern innovativ, als sie zu einer stabilen Gesellschaft beitragen.

 

AWO – Göttingen

“Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern”

Vanessa Kalvelage

v.kalvelage@awo-goettingen.de

 

 

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